Zeit des Meisters
Zeit des Meisters
„Zeit des Meisters“ ist ein Angebot für spirituell Kreative. Ein offener sakraler Raum mitten in der Stadt, mitten im Leben, oder auch auffindbar am Rand der Stadt. Ein Erfahrungsraum für Gebet, Meditation und Stille. Eine Kirche, eine Kapelle, die ein Dach für die Seele bietet. Ein Ort, der eine Insel der Ruhe ist. Gelegenheit, innezuhalten, nach innen zu sehen, Heiligem nachzuspüren.
In Essen, Hannover, Pirna...
Von 9 Uhr früh bis 20 Uhr spät gibt es je zur vollen Stunde ein Gebetsangebot.
In Anlehnung an die Tradition klösterlicher Stundengebete. (Morgengebet. Schöpfungsgebet. Friedensgebet. Das Gebet der Zweifel. Atemgebet. Eine Meditation zum Inneren Heiligen Raum. Das Gebet mit den Perlen des Glaubens. Am Schluss des Tages das Gebet für Familie Mensch.)
Der Gedanke der Achtsamkeit ist bedeutend.
Das bewusste Atmen.
Die Idee von Verwobenheit.
Wir erklären nicht.
Wir schaffen einen Raum für Erfahrung.
Wir feiern ein Geheimnis.
Jeweils zur vollen Stunde läutet der Ton der Klangschale das nächste Gebet ein und hilft dabei, still zu werden; dem leiser werdenden Ton nachzuhören und dabei selber zur Ruhe zu kommen.
Die Sprecherin oder der Sprecher, jemand aus dem Team, verneigt sich zur vollen kurz zur Begrüßung, beide Handflächen werden in Höhe des Herzens zusammengeführt, die Augen geschlossen und der Kopf leicht nach vorn geneigt.
Die Texthefte liegen in den Bänken, und auf den Plätzen vor den Kniebänkchen und Yogamatten.
So können die Gebete mitgesprochen werden, mitverfolgt, wenn erwünscht.
Dann folgt für etwa 10-12 Minuten eine Gebetszeit mit verschiedenen Impulsen:
Texte aus der Mystik, Liedzeilen von Jochen Klepper, Gebete von Franziskus, Martin Buber, Texte aus der Bibel, Gedanken aus dem Sufismus, dem Buddhismus, Zeit zum Schweigen, bewusstem Atmen, kleine Lieder aus Taizé, gemeinsam gesprochene Texte; Mal ein Gelöbnis, Mal ein Friedensgruß.
"Der Meister ist da und ruft dich!"
Eine Stimme, die so menschlich ist, dass sie göttlich ist.
Ein Beispiel-Text aus dem Mittagsgebet:
Ich bin auf der Suche nach der Mitte.
Ich möchte ins Zentrum des Ganzen finden.
Ich mache mich auf die Reise nach innen.
Ich würde gerne Zusammenhänge verstehen,
die Einseitigkeit hinter mir lassen,
die Lebenskunst der Balance lernen.
Meine Sehnsucht zieht mich.
Dabei vertraue ich mich Gott an.
Ich öffne mich für Eindrücke aus der Anderswelt.
Ich wünsche mir die Haltung der Aufmerksamkeit.
In der Mitte des Tages
mache ich mich auf die Suche
nach der Mitte meines Lebens.
„Zeit des Meisters“ wird von einem „Kloster auf Zeit- Team“ begleitet. Menschen aus der Gemeinde oder von ihrem Rand, die ihrer eigenen Suche nachgehen wollen.
In einer Woche kann viel passieren.
Menschen kommen zufällig oder verabredet; etwa 1500 Gäste, über den Tag verteilt; Menschen, die neugierig sind, angelockt durch die Presse oder durch das große Banner außen an der Kirche; eingeladen von Freundinnen und Freunden; sie kommen einmal vorbei oder sie kommen wieder.
Es duftet nach Räucherstäbchen. Die Musik im Hintergrund ist eine Mischung aus Gregorianik, Taizé, Händel, Zen-Connection, Sting und Seal. Man kann sitzen, schweigen, durch die Kirche gehen, Bilder ansehen, auf dem großen Büchertisch stöbern, ein Buch mit auf einen Platz nehmen, lesen, im Textbuch blättern, eine Kerze anzünden, oder nach dem Vorbild eines der Team-Mitglieder, ein Kniebänkchen ausprobieren oder eine Yoga-Matte.
Im Gästebuch kann man lesen:
„Eine Oase der Stille mitten im Lärm der Stadt.“
und
„Danke, ich brauchte einen Raum zum Weinen.“
oder
„So gelingt mir der Wiedereintritt in den Glauben.“
Ganz praktisch:
Eine Woche, das sind 91 Stundengebete. Etwa 840 Teelichte. 40 Räucherstäbchen. 30 Päckchen Taschentücher. Viele frische Blumen.
Wir haben erlebt:
Dass Weite uns öffnet. Dass die Kirche ein Dach für die Seele bieten kann. Dass viele weinen. Dass aus pilgernden Einzel-Seelen eine singende, betende, schweigende, hoffende Gemeinschaft wird.